Keramik-Implantate: Es muss nicht immer Titan sein

Keramik-Implantate: Es muss nicht immer Titan sein

Lange Zeit war Titan unumstritten DAS Material der Wahl für Implantate. Doch mit Keramik, genauer Zirkonoxid, bekommt Titan einen ernstzunehmenden Konkurrenten. Zahnärzte verwenden Keramik bereits seit langem für Zahnkronen, die auf das Implantat aufgesetzt werden. Inzwischen zeigen gute Langzeiterfahrungen und mehr als 10 Jahre wissenschaftlicher Forschung, dass sich dieser Werkstoff auch als künstliche Zahnwurzel sehr gut eignet und in einigen Fällen dem Titan sogar vorzuziehen ist.

Im heutigen Artikel möchten wir Ihnen drei wesentliche Vorteile von Keramik-Implantaten vorstellen.

1. Alternative bei Metallunverträglichkeit

Titan kommt trotz seiner guten Stabilität und Biokompatibilität für Patienten mit völliger Metallunverträglichkeit nicht in Frage. Implantate aus Zirkonoxid dagegen sind metallfrei und können bedenkenlos eingesetzt werden. 

Der erste große Vorteil von Keramik-Implantaten besteht in ihrer hohen Biokompatibilität. Davon profitieren insbesondere Patienten mit chronischen Beschwerden wie Metallunverträglichkeiten, Allergien und Stoffwechselerkrankungen. Aber auch für viele andere Patienten ist Keramik als Implantat-Werkstoff eine sinnvolle Alternative. Keramik leitet nämlich weder Wärme noch elektrische Energie und verursacht keine Irritationen des Immunsystems.

Bei Unverträglichkeiten bzw. -allergien sollte auch auf das komplette Bohrerset geachtet werden. Bei guten Systemen sind die Bohrer ebenfalls metallfrei. Das Implantatbett kann dabei entweder mit keramischen Bohrern vorbereitet werden oder mit Metallbohrern, die entsprechend oberflächenbehandelt sind, so dass es zu keinem metallischen Kontakt mit dem Patientenknochen kommt.

2. Geringeres Entzündungsrisiko

Nachdem die künstliche Zahnwurzel eingesetzt wurde, muss das Implantat eine molekulare Verbindung mit dem Knochen eingehen. Die neu gebildeten Knochenzellen lagern sich an der künstlichen Zahnwurzel an und gehen mit ihr eine Verbindung ein, sodass das Implantat fest mit dem Knochen verwächst. Auch das Zahnfleisch passt sich dem Implantat an. 

Bei einer keramischen Zahnwurzel erfolgt eine solche Einheilung schnell und entzündungsfrei. An der Verbindungsstelle zwischen Weichgewebe und Knochen lagern sich nämlich viel weniger Bakterien an als bei einem Titan-Implantat. Dies verringert das Risiko einer Zahnbettentzündung (Perlimplantitis) – eine mögliche Komplikation – deutlich. 

3. Ästhetik

Ein ästhetischer, unauffälliger Zahnersatz ist für die meisten Patienten sehr wichtig. Besonders im sichtbaren Frontzahnbereich und bei dünnem Zahnfleisch sind nach dem Einsetzen eines Titan-Implantats oft graue Schatten zu sehen. Dieses unschöne metallische Durchschimmern wird bei einem Keramik-Implantat vermieden, denn Keramik besitzt eine natürliche weiße Farbe.

Der große Vorteil keramischer Implantate besteht also in ihrer Ästhetik. Durch die Farbgebung und lichtoptischen Eigenschaften ist ein Durchscheinen des Implantats bei dünnem Zahnfleisch nahezu ausgeschlossen. Die Ästhetik keramischer Implantate im sichtbaren Bereich sind unschlagbar. 

Fazit

Keramik-Implantate sind eine metallfreie Lösung, die durch ein geringes Entzündungsrisiko und eine ansprechende Ästhetik viele Vorteile bieten. Wir beraten Sie gerne über Implantate in unserer Praxis.

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